Weiterbildungscurriculum

Jänner 2019–März 2021

Viele Menschen, die in Therapie gehen, glauben, dass sie selber oder andere Menschen das Problem sind, an dem sie leiden. Dabei sind es meist ungeeignete Lösungsversuche, die in Folge ein Problem erzeugen oder aufrechterhalten.Wenn diese dysfunktionalen Lösungsversuche längere Zeit angewandt werden, verschlimmert sich meist das Problem. Dies wird häufig als Bestätigung dafür wahrgenommen, dass das Problem etwas mit dem Charakter einer Person zu tun hätte.

Aus einer systemischen Perspektive entstehen Leidenszustände von Menschen also aus dem Versuch, Probleme mit ungeeigneten Lösungsversuchen zu überwinden. Manchmal sind Probleme selbst Lösungsversuche, die deshalb chronifizieren, weil sie zunächst funktionieren. Damit werden sie selbst zum Problem. In der Therapie geht es folglich darum, diesen Teufelskreis zu unterbrechen und KlientInnen dazu zu bewegen, die dysfunktionalen Lösungsversuche durch funktionale zu ersetzen.

Dazu hat sich in den letzten Jahren ein störungsspezifisches Wissen entwickelt, das einzelnen Störungsbildern entsprechend typische Lösungsversuche beschreibt, die diese jeweilige Störung erzeugen oder aufrechterhalten. Die Klassifizierung dieser Lösungsversuche liefert zudem eine genauere diagnostische Differenzierung von Problemen als die bloße Beschreibung von Symptomen.

Daher bieten wir eine umfassende Weiterbildungsreihe an, die praxisnah und kompakt die grundsätzliche Haltung der systemischen Kurztherapie vermittelt und das Erlernen konkreter Modelle und Techniken für den Einsatz in der Alltagspraxis ermöglicht.

Nicht die unveränderliche Vergangenheit, sondern die Gestaltung der Zukunft steht im Fokus der therapeutischen Arbeit.

Zielsetzung

In 4 Grundlagen-Modulen (10 Tage), 5 Wahl-Seminaren (5 Tage) und einer 3-tägigen Fachtgagung vermitteln österreichische und internationale Psychotherapie-ExpertInnen ihre spezifische kurztherapeutische Vorgehensweise in ausgewählten Problembereichen. Neben den Schwerpunkten Depression, Angststörungen und Suchtstörungen werden auch die Themen Burnout, Zwang, Essstörungen, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen, psychosomatische Störungen, posttraumatische Belastungsstörung sowie Paarkonflikte und Probleme in der Arbeit mit Jugendlichen und ihren Familien behandelt. Somit möchten wir mit der Fortbildungsreihe auch einen Überblick über störungsspezifisches Wissen vermitteln.

In begleitender Gruppen- und Einzel-Supervision (16 EH und 5 EH) können die TeilnehmerInnen ihre eigenen Fälle bearbeiten. Für den Abschluss der gesamten Weiterbildungsreihe ist die schriftliche Rezension zweier Seminartage sowie die Präsentation von zwei eigenen Fällen mit entsprechenden Literaturhinweisen vorgesehen.

Die Workshops der Weiterbildungsreihe und die Fachtagung können nicht nur als gesamte Reihe sondern auch einzeln – je nach Bedarf und Interesse an bestimmten Themen – gebucht werden.